KÜMMERSBRUCK, LKR. AMBERG-SULZBACH. Durch das schnelle Handeln der Ehefrau eines 67-jährigen Mannes aus Kümmersbruck konnte am Dienstagnachmittag, 3. März 2026, ein Geldabholer eines sogenannten Schockanrufs festgenommen werden. Die Kriminalpolizeiinspektion Amberg hat die Ermittlungen übernommen.
Gegen 13:20 Uhr erhielt der 67-Jährige am Dienstag, 3. März, einen Anruf, bei dem ihm mitgeteilt wurde, dass seine Tochter einen schweren Verkehrsunfall verursacht habe, bei dem eine Person verstorben sei. Um eine Haft abzuwenden, solle er beim Amtsgericht Amberg eine Kaution hinterlegen. Bei diesem Anruf handelte es sich um die bekannte Callcenter-Betrugsmasche des Schockanrufs.
Der 67-Jährige durchschaute den Betrugsversuch und spielte zunächst mit. Er sicherte dem Anrufer mehrere Gold- und Silbermünzen sowie Schmuck zu. Diese Wertgegenstände verpackte der Mann in einen Karton und sollte sie vor seinem Haus an einen ihm unbekannten Mann übergeben. Die Ehefrau des Mannes war während des Telefonats anwesend und verständigte – unerkannt vom Anrufer – die Polizei.
Rund eine Stunde später nahmen zivile Einsatzkräfte der Polizei einen 56-jährigen Polen am Tatort vorläufig fest. Im Nahbereich des Tatorts konnte ein polnisches Fahrzeug festgestellt werden. Die Kriminalpolizeiinspektion Amberg ermittelt.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Amberg wurde der 56-Jährige am heutigen Mittwoch, 4. März, dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Amberg vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl. Der Mann wurde anschließend in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.
Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt eindringlich vor dieser und ähnlichen Betrugsmaschen. Legen Sie bei solchen Anrufen sofort auf und bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr!
Weitere Tipps der Polizei gegen Callcenter-Betrüger und falsche Polizisten:
- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen – auch nicht durch angebliche Polizisten oder andere Amtsträger.
- Die Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen!
- Vereinbaren Sie mit Ihren Angehörigen oder engen Vertrauten ein Codewort für Notfälle, welches bei einem zweifelhaften Gespräch abgefragt wird. Nur wenn dieses Codewort genannt wird, wissen Sie, dass der Hilferuf echt ist. Das Codewort sollte leicht zu merken, aber nicht zu leicht zu erraten sein (z.B. Wörter aus Situationen, die Sie beide verbinden und sonst niemand kennt).
- Rufen Sie niemals über die am Telefon angezeigte Nummer zurück!
- Übergeben Sie kein Geld oder Wertgegenstände an Unbekannte!
- Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit! Im Zweifel 110 wählen.
- Lassen Sie Ihren Telefonbucheintrag löschen oder zumindest Vorname und Adresse entfernen. Zum Löschen eines Telefonbucheintrags wenden Sie sich an Ihren Telefonanbieter. Ein Formular und Kontaktadressen finden Sie unter: https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/enkeltrick/