29.06.2026, Polizeipräsidium Oberpfalz

 

REGENSBURG. Am Mittwoch, 24. Juni, wurde eine 83-jährige Seniorin Opfer eines Callcenter-Betrugs durch bislang unbekannte Täter. Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg hat die Sachbearbeitung übernommen und ermittelt.

Die 83-jährige Frau aus Regensburg erhielt am frühen Nachmittag einen sogenannten Schockanruf. Zu Beginn des Gesprächs meldete sich eine vermeintlich verzweifelte Angehörige. Kurz darauf übernahm ein angeblicher Richter das Gespräch und erklärte, die Tochter der Seniorin habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht, bei dem eine Person ums Leben gekommen sei. Um eine angebliche Haft zu verhindern, müsse eine hohe Geldsumme als Kaution hinterlegt werden. Im Vertrauen auf die Angaben der Anrufer übergab die Seniorin gegen Nachmittag Bargeld und Wertgegenstände in Höhe von rund 20.000 Euro an einen bislang unbekannten Abholer. Dieser entfernte sich anschließend in unbekannte Richtung. Im weiteren Verlauf forderten die unbekannten Täter die Seniorin auf, weiteres Bargeld bereitzustellen. Als die 83-Jährige hierzu ihre Bank kontaktierte, wurde sie durch einen aufmerksamen Mitarbeiter auf die Betrugsmasche hingewiesen. Dadurch konnte ein weiterer Vermögensschaden verhindert werden.

Der mutmaßliche Abholer wird wie folgt beschrieben:

  • ca. 185 cm groß
  • etwa 25 Jahre alt
  • schlanke Statur
  • west- bzw. nordeuropäisches Erscheinungsbild
  • lockiges, schwarzes Haar
  • Bekleidung: braune ¾-Hose und schwarzes Oberteil

Zeugen, die am Mittwoch, 24. Juni, im Bereich der Doktor-Hipp-Straße, der Alfons-Auer-Straße oder der Mackensenstraße in Regensburg verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben oder Hinweise zu der beschriebenen Person geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0941/506-2888 mit der Kriminalpolizeiinspektion Regensburg in Verbindung zu setzen.

Das Polizeipräsidium Oberpfalz warnt eindringlich vor dieser und ähnlichen Betrugsmaschen. Legen Sie bei solchen Gesprächen sofort auf!

Weitere Tipps der Polizei gegen Callcenter-Betrüger und falsche Polizisten:

  • Legen Sie sofort auf, wählen Sie selbstständig die 110 und fragen Sie bei der Polizei nach, ob die angegebenen Informationen des Telefonats richtig sind.
  • Die Polizei fordert niemals Bargeld, Schmuck oder andere Wertgegenstände von Ihnen.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an Fremde - auch nicht an Personen, die sich als Polizisten ausgeben
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch nicht durch Polizisten oder andere Amtsträger.
  • Rufen Sie niemals über die am Telefon angezeigte Nummer zurück! Die Täter nutzen die sogenannte Call-ID-Spoofing-Technik, um falsche Nummern anzuzeigen. Die 110 erscheint bei echten Polizeianrufen niemals im Display (auch nicht mit Vorwahl).
  • Vereinbaren Sie mit Ihren Angehörigen oder engen Kontaktpersonen ein persönliches Codewort, das nur Ihnen bekannt ist. So können Sie im Ernstfall echte Notrufe von Betrugsversuchen unterscheiden.
  • Lassen Sie Ihren Telefonbucheintrag löschen oder zumindest den Vornamen und die Adresse entfernen. Wenden Sie sich dafür an Ihren Telefonanbieter. Ein Formular und Kontaktadressen finden Sie unter:  https://www.polizei-beratung.de/themen-und-tipps/betrug/enkeltrick/

    Veröffentlicht am 29. Juni um 11:08 Uhr