02.07.2026, Polizeipräsidium Oberbayern Süd

LKR. ALTÖTTING. Ein 60-jähriger Mann wurde Opfer eines professionell organisierten Anlagebetrugs. Die Täter täuschten mit Hilfe eines KI-generierten Werbevideos eine lukrative Geldanlage vor und brachten den Mann dazu, über einen längeren Zeitraum hohe Geldbeträge zu investieren. Anfang dieser Woche sollte weiteres Bargeld übergeben werden. Im Rahmen der Geldübergabe konnte ein 16-jähriger Tatverdächtiger festgenommen werden. Dem Geschädigten entstand ein Vermögensschaden von über 120.000 Euro. Die Kriminalpolizei Traunstein hat die Ermittlungen übernommen.

Ende März 2026 wurde ein 60-Jähriger aus dem Landkreis Altötting im Internet auf ein täuschend echt wirkendes Werbevideo aufmerksam. Darin warben bekannte Persönlichkeiten für eine besonders gewinnbringende Geldanlage. Tatsächlich handelte es sich um ein mit Künstlicher Intelligenz manipuliertes Video, das ausschließlich dem Zweck diente, potenzielle Anleger zu täuschen.

Nachdem der Mann seine Kontaktdaten auf einer Internetseite hinterlassen hatte, wurde er von vermeintlichen Anlageberatern telefonisch und per E-Mail kontaktiert. Diese überzeugten ihn, ein Handelskonto einzurichten und Geld in eine angeblich äußerst rentable Investition im Bereich Kryptowährung anzulegen. Auf einer professionell gestalteten Handelsplattform wurde ihm eine kontinuierlich steigende Wertentwicklung seiner Geldanlage angezeigt. Um weiteres Vertrauen aufzubauen, erhielt der Geschädigte zunächst sogar eine kleinere Auszahlung.

Ende Juni 2026 sollte schließlich ein weiterer Bargeldbetrag im höheren fünfstelligen Bereich investiert werden. Schließlich übergab der 60-Jährige das Bargeld auf Anweisung der Täter an einen unbekannten Geldabholer.

Nachdem die versprochenen Auszahlungen ausblieben, forderten die Täter den Geschädigten auf, eine weitere hohe Geldsumme in bar zu übergeben. Dies kam dem Mann schließlich verdächtig vor, sodass er sich vor der geplanten Übergabe an die Polizei wandte.

Im Rahmen der eingeleiteten Maßnahmen konnte am Montag, den 29. Juni 2026, ein 16-jähriger ukrainischer Staatsangehöriger bei der geplanten Geldübergabe festgenommen werden. Nach derzeitigem Ermittlungsstand dürfte der Jugendliche als Geldabholer für eine überregional agierende Tätergruppierung tätig gewesen sein.

Dem Geschädigten entstand nach derzeitigem Kenntnisstand ein Vermögensschaden von über 120.000 Euro.

Die Ermittlungen, welche durch das Fachkommissariat 3 der Kriminalpolizei Traunstein, unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein, geführt werden, dauern an.

Die Polizei weist darauf hin, dass Täter im Bereich des Anlagebetrugs äußerst professionell vorgehen. Sie nutzen zunehmend KI-generierte Videos, gefälschte Prominentenempfehlungen sowie professionell gestaltete Internetseiten, um Seriosität vorzutäuschen. Die Kommunikation erfolgt oftmals über Wochen oder Monate per Telefon, E-Mail oder Messenger-Dienste. Sobald Vertrauen aufgebaut ist, nehmen die Geschädigten in einigen Fällen sogar Kredite auf, um noch mehr Geld investieren zu können. Teilweise verschaffen sich die Täter zudem Fernzugriff auf Computer oder mobile Endgeräte ihrer Opfer.

Da damit zu rechnen ist, dass Betrüger auch weiterhin versuchen werden, durch Anlage Betrug hohe Geldsumme zu erbeuten, warnt die Kriminalpolizei und gibt Verhaltenstipps:

  • Seien Sie bei außergewöhnlich hohen Gewinnversprechen grundsätzlich misstrauisch.
  • Prüfen Sie Internetseiten und Anlageangebote besonders kritisch und holen Sie vor einer Geldanlage stets eine unabhängige Beratung ein.
  • Überweisen Sie kein Geld und übergeben Sie niemals Bargeld an unbekannte Personen.
  • Verständigen Sie bei Verdachtsmomenten umgehend den Polizeinotruf „110“ und beenden Sie den Kontakt zu den vermeintlichen Beratern.
  • Sprechen Sie mit Angehörigen oder Vertrauenspersonen über die Thematik Anlagebetrug und sensibilisieren Sie Ihren Verwandten- und Bekanntenkreis in höchstem Maße.

Weitere Infos zu dem Thema finden Sich auch unter: www.polizei-beratung.de/kredit-und-anlagebetrug.

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Oberbayern Süd

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