TREBGAST, LKR. KULMBACH. An einem warmen Sommerabend Ende Juni ereignete sich für eine Familie am Trebgaster Badesee wohl die Horrorvorstellung aller Eltern: Während der 5-jährige Sohn mit anderen Kindern im Wasser spielte und für nur einen kurzen Moment aus den Augen gelassen wurde, war er plötzlich verschwunden. Der Familienvater bemerkte die Situation sofort und fragte die anderen Kinder, wo sich sein Sohn befinde. Deren Antwort - "Tauchen" - verdeutlichte den Ernst der Lage.
Als der Familienvater seinen Sohn schließlich unter der Wasseroberfläche fand und rauszog, zeigte dieser weder Atmung noch Bewusstsein. Sofort rief er laut um Hilfe.
Eine aufmerksame 48-jährige Frau, die sich ebenfalls im Badesee aufhielt, hörte die panischen Rufe und reagierte umgehend. Sie eilte aus dem Wasser zum Familienvater, der seinen bewusstlosen Sohn gerade am Ufer abgelegt hatte. Ohne zu zögern kontrollierte die Bayreutherin Atmung und Puls des Jungen. Da beides nicht vorhanden war, begann sie sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Bereits nach wenigen Pumpstößen der Herzdruckmassage stieß der 5-Jährige Wasser aus und begann wieder selbstständig zu atmen. Die bereits eingesetzte Blaufärbung ging zurück, sodass der Junge mit Atmung und Puls an die alarmierten Rettungskräfte übergeben werden konnte. Er wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Kinderklinikum geflogen. Dieses konnte er nach einigen Tagen glücklicherweise ohne bleibenden Schäden wieder verlassen.
Nach Würdigung der Gesamtumstände und Schilderung aller Beteiligten, insbesondere der Eltern steht fest: Nur durch das umsichtige und entschlossene Handeln der 48-jährigen Bayreutherin überlebte der 5-jährige Junge.
Für ihren herausragenden Einsatz erhielt sie am Mittwoch, 22. Juli 2026, aus den Händen der Leiterin der Polizeiinspektion Stadtsteinach ein Dankschreiben des Polizeipräsidenten Armin Schmelzer, mit dem ihr lebensrettendes Handeln gewürdigt wurde.