KRANZBERG, LKR. FREISING, 24.07.2026_Am Mittwoch, den 22.07.2026, gelang es bislang unbekannten Betrügern in Kranzberg eine Seniorin um Ihr Vermögen zu bringen. Diesmal mit einer noch unbekannten abgewandelten Form der bisher üblichen Betrugsmasche. Die Kriminalpolizei Erding hat die Ermittlungen übernommen und warnt.
Gegen 14.00 Uhr wurde eine über 70-Jährige telefonisch von einer unbekannten Täterin kontaktiert, die sich als Ärztin des Klinikums Großhadern ausgab. Sie erzählte der Dame die bekannte Geschichte, dass die Tochter der Rentnerin an Krebs im Endstadium erkrankt sei und nur durch eine neue sehr teure Behandlung eine Heilung möglich sei. Dafür müsse die Kranzbergerin fast 200 000 Euro vorab bezahlen.
Die Seniorin teilte der Anruferin im Gespräch mit, dass sie zwar ein Schließfach besitzt, eine so hohe Summe jedoch nicht aufbringen könne. Als die Betrügerin sich auffällig nach Schmuck erkundigte, dämmerte der Geschädigten, dass es sich hier um einen Betrug handeln könnte und beendete das Gespräch.
Sie versuchte nun, bei der Polizeiinspektion Freising anzurufen. Es konnte jedoch aus noch unbekannten Gründen keine Verbindung aufgebaut werden.
Einige Minuten später meldete sich ein weiterer Betrüger, der sich als Polizeibeamter der Polizeiinspektion Freising ausgab und vorgab, dass organisierte Banden im Landkreis unterwegs wären, die Dame Fenster und Türen geschlossen halten solle und auf weitere Anrufe dieser Kriminellen warten solle. Ihre Telefonleitung würde ab jetzt polizeilich überwacht werden.
Im weiteren Verlauf kam der Anrufer auch auf das Schließfach der Seniorin zu sprechen und riet ihr, das Geld und die Wertgegenstände, die sich darin befinden, durch einen Polizisten abholen und in Sicherheit bringen zu lassen.
Kurz darauf klingelte ein angeblicher Hauptkommissar, Herr Berg, an ihrer Haustür und zeigte seinen Dienstausweis vor. Danach ging er ohne ein Wort zu sagen wieder weg.
Wiederum einige Minuten später rief ein Herr Krause bei der Dame an, der sie aufforderte, mit ihrem Auto zur Bankfiliale nach Freising zu fahren und dort das Schließfach zu entleeren. Während der Fahrt durfte sie ihr Handy nicht ausschalten, zudem wurde ihr vorgegaukelt, dass sie unter ständiger polizeilicher Beobachtung stehen würde.
Den angeblichen Herrn Berg sah sie im Vorbeifahren in der Kirchbergstraße an einem größeren weißen Pkw mit ausländischem Kennzeichen stehen.
Ca. um 16.00 Uhr kam die über 70-Jährige vor der Bank an der Münchener Straße an, ging hinein und entleerte ihr Schließfach.
Während der Rückfahrt erzählte ihr der Anrufer, dass inzwischen schon zwei Tatverdächtige festgenommen worden wären. Ihnen wäre auch das weiße Auto zuzuordnen, das sie zuvor gesehen hatte. Die Tatverdächtigen hätte einen Zettel bei sich gehabt, auf dem der Name und die Adresse der Geschädigten notiert waren.
Der Betrüger forderte in der Folge die Frau auf, den Inhalt des Schließfachs und zudem alles an sich im Haus befindlichen Bargeld und Schmuck in einen mit Namen und Safenummer beschrifteten Schuhkarton zu packen und anschließend an den bereits bekannten Herrn Berg zu übergeben.
Die Seniorin ließ sich darauf ein und übergab um ca. 18.30 den Karton mit Geld und Wertgegenständen im Gesamtwert von über 140 000 Euro an den Abholer.
Personenbeschreibung des Abholers „Berg“:
Männlich, ca. 30 – 40 Jahre alt, helle Haut, kurze/mittellange braune Haare, trug eine Art Jogginganzug, kein Bart, keine Brille
Die Kriminalpolizei Erding bittet Zeugen, die im westlichen Bereich von Kranzberg verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben oder Hinweise zum Täter geben können, sich unter der Telefonnummer 08122/9680 zu melden.
Um nicht auch Opfer eines Betrugs zu werden, beachten sie folgende Tipps:
Beenden Sie das Telefonat, wenn Sie nicht sicher sind, wer anruft und Sie sich unter Druck gesetzt fühlen.
Die Polizei ruft Sie niemals unter der Polizeinotrufnummer 110 an! Das machen nur Betrüger. Wenn Sie unsicher sind, wählen Sie die Nummer 110. Aber nutzen Sie dafür nicht die Rückruftaste!
Rufen Sie den angeblich betroffenen Angehörigen unter der Ihnen bekannten Nummer an!
Sprechen Sie am Telefon nie über Ihre persönlichen und finanziellen Verhältnisse.
Übergeben Sie niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen!
Ziehen Sie eine Vertrauensperson hinzu oder verständigen Sie über den Notruf 110 die Polizei!
Sprechen Sie auch mit ihren Angehörigen über das Phänomen und warnen Sie sie vor dem Vorgehen der Täter!