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21.01.2021, PP Unterfranken


Cold-Case-Ermittlungen zu Mordfall im Jahr 1993 - dringend Tatverdächtiger ermittelt und vorläufig festgenommen

Gemeinsame Presseerklärung des Polizeipräsidiums Unterfranken und der Staatsanwaltschaft Würzburg vom 21.01.2021

KARLSTADT, OT WIESENFELD, LKR. MAIN-SPESSART. Im Zuge von sogenannten Cold-Case-Ermittlungen ist es der Kriminalpolizei Würzburg und der Staatsanwaltschaft Würzburg nun gelungen, einen dringend Tatverdächtigen zu ermitteln. Ein 44-Jähriger aus dem Landkreis Main-Spessart wurde am Mittwoch vorläufig festgenommen.


Cold Case
Symbolbild

Am 15. Dezember 1993 war ein 13 Jahre altes Mädchen aus Wiesenfeld bei der Polizei als vermisst gemeldet worden. Zwei Tage später war der Leichnam des Kindes in einer Jauchegrube eines Aussiedlerhofs aufgefunden worden. Eine Obduktion ergab, dass das Kind durch massive Gewalteinwirkung zu Tode gekommen war. Ein anfänglicher Tatverdacht gegen einen zur Tatzeit 15-Jährigen hatte sich in der Folge nicht bestätigt, was zu einem gerichtlichen Freispruch des Jugendlichen geführt hatte.

Wie auch bei anderen ungeklärten Gewaltverbrechen wurden auch die Akten dieses Falles nie geschlossen und stattdessen im Rahmen von Altfall-Ermittlungen - in enger Zusammenarbeit mit Profilern der Operativen Fallanalyse (OFA Bayern) - immer wieder im Hinblick auf neue Ermittlungsansätze überprüft. Durch technischen Fortschritt und neue, feinere Untersuchungsmethoden, insbesondere im Bereich der DNA-Analyse, wird die Auswertung von Spuren von Zeit zu Zeit immer erfolgsversprechender.

Aufgrund der jüngsten Ermittlungserkenntnisse hatte die Staatsanwaltschaft Würzburg Durchsuchungsbeschlüsse für zwei Anwesen im Landkreis Main-Spessart erwirkt, die im Laufe des Mittwochs von der Kriminalpolizei Würzburg vollzogen wurden. Neben dem Tatortanwesen in Wiesenfeld stand dabei auch die Wohnadresse eines Tatverdächtigen im Landkreis Main-Spessart im Fokus. Bei den Durchsuchungsmaßnahmen wurden die Kripobeamten von Kräften der Bayerischen Bereitschaftspolizei unterstützt.

Nach nunmehr vorliegenden Erkenntnissen ist ein heute 44-Jähriger dringend verdächtig, im Alter von 17 Jahren, das damals vier Jahre jüngere Mädchen getötet zu haben. Der Tatverdächtige wurde am Mittwoch vorläufig festgenommen.

Zur Klärung der Haftfrage wird der Tatverdächtige auf Anordnung der Staatsanwaltschaft noch im Laufe des Donnerstags dem Ermittlungsrichter vorgeführt. Die weiteren Ermittlungen, insbesondere zum Tatmotiv, werden von der Kriminalpolizei Würzburg unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Würzburg geführt werden.


Audiodatei


Nachtrag von 16:05 Uhr


Der Ermittlungsrichter hat gegen den 44-jährigen Tatverdächtigen inzwischen die Untersuchungshaft wegen des dringenden Tatverdachts des Mordes erlassen. Damit ist er dem Antrag der Staatsanwaltschaft Würzburg gefolgt.



 

 

 

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